Keine Radioaktivität freigesetztStörfall bei Castor-Behälter
Ein wiederholter Defekt an einem Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen löst einen Atom-Alarm im Zwischenlager Gorleben aus.
Am Überwachungssystem eines Castor-Behälters mit hoch radioaktivem Atommüll im niedersächsischen Zwischenlager Gorleben hat es einen Defekt gegeben. Das hat nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) am Samstag gemeldet. Es handele sich um eine elektrische Störung im Verbindungskabel zwischen dem Behälter und dem Überwachungssystem des Zwischenlagers.
Laut Ministerium ist das Problem ein meldepflichtiges Ereignis der Kategorie "Eilt". Zu keinem Zeitpunkt habe die Gefahr der Freisetzung von Radioaktivität bestanden. Das Ereignis sei nach derzeitigem Erkenntnisstand auf der internationalen siebenstufigen Skala in die Stufe "Null" einzuordnen. Die Untersuchung der Ursache durch Sachverständige dauere an.
Keine akute Gefahr
Der Behälter des Typs "Castor 20/28 CG" enthält laut Ministerium 28 hoch radioaktive Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich. Er wurde am Ende 2005 in Gorleben eingelagert. Der elektrische Defekt löste eine Störmeldung aus. Die schadhaften Teile wurden im Beisein der Aufsichtsbehörde ausgetauscht. Zunächst schien die Betriebsstörung behoben, sie trat am Sonntagmorgen jedoch erneut auf. Der Vorfall sei "ohne sicherheitstechnische Relevanz", sagte ein GNS-Sprecher. Vielmehr habe das Überwachungssystem erneut seine Funktionsfähigkeit bewiesen.
Im Transportbehälterlager Gorleben lagern derzeit 86 Castor-Behälter mit Glaskokillen sowie 5 Behälter mit abgebrannten Brennelementen.